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"Sprechen Sie Deutsch? Status und Veränderung des Deutschen in der Gegenwart"

October 2005

Dr. Mathias Schulze (University of Waterloo):

"Sprechen Sie Deutsch?

Status und Veränderung des Deutschen in der Gegenwart"

 Abstract:

  • Drei Linien in der Entwicklung der deutschen Sprache in den letzten Jahren werden häufig und von vielen beklagt: die Übernahme fremdsprachiger – besonders englischer – Worte und Wendungen, der Einfluss der Rechtschreibreform auf das Schriftbild, oft literarischer Texte, die vor der Reform geschrieben wurden, und auf die Schreibgewohnheiten jüngerer und älterer Deutschsprecher, sowie der Statusverlust des Deutschen in anderen Ländern und internationalen Institutionen und der damit verbundene Rückgang der Zahl der Lerner von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Der Vortrag wird diese drei Problemkreise aus sprachwissenschaftlicher Sicht beleuchten und ausgewählte Ergebnisse jüngerer Studienbeschreiben und diskutieren. Dabei werden auch die folgenden Fragen eine Rolle spielen: Haben andere Sprachen einen Einfluss auf die
  • Entwicklung der deutschen Sprache? Wie ausgeprägt ist die Übernahme fremder Worte? Verändert sich die Zahl undBenutzungsfrequenz dieser Worte in der letzten Zeit? Welche Konsequenzen sind wahrscheinlich für die deutsche Sprache? Gibt es ideale Rechtschreibnormen, und wenn ja, wie werden diese erreicht? Welche Konsequenzen hat eine Rechtschreibreform auf die unterschiedlichen Gruppen der Deutschsprecher? Welche Rolle spielt die deutsche Sprache in anderen Ländern? Was kann zur Erhaltung des Fachs Deutsch an Schulen und Hochschulen im nicht deutschsprachigen Ausland getan werden? Was kann zur Erhaltung des Deutschen als Minderheitssprache über die Generationen hinweg getan werden?
  • Im Laufe des Vortrags wird auch der Zusammenhang dieser drei Problemfelder herausgearbeit.
  • The presentation will be in German, the discussion will be in both German and English. 
Summary:
 Gehalten im Rahmender Centre -Vortragsreihe im Oktober 2005
  • Drei Linien in der Entwicklung der deutschen Sprache in den letzten Jahren werden haufig und von vielen beklagt: die Ubernahme fremdsrachiege - besonders englischer - Worte und Wendugen, der Einfluss der Rechtschreibreform auf das Schriftbild und auf die Schreibgewohnheiten jungerer und alterer Deutschsprecher sowie der Statusverlust des Deutschn in anderren Landern und internationalen Institutionen und der damit verbundene Ruckgang der Zahl der Lerner von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Der vortrag hat diese drei Problemkreise aus sprachwissenschaftlicher Sicht beleuchtet und ausgewahlte Ergebnisse jungerer Studien beschrieben unddiskutiert.
  • Die Ausfuhrungen begannen mit einer kurzen Illustration dessen, dass die deutsche Sprache schon seit ihren Anfangen Veranderungen unterworfen ist. Ein wichtiger Teil dieseer Veranderugen ist die Aufnahmeund Anpassung fremden Wortguts. Studien belgen, dass die zunehmende Verwendung englischer Worte und Wendungen in der deutschen Sprache der Gegenwart von vielen Deutschen negative beurteilt wird. Dies geschieh, obwohlder Anteil englischer Worte nach wie vor geringer ist als der romanischer (z.B. Latein, Franzosisch, Italienish) Entlehnungen und oft gute Grunde fur eine Entlehung der Worte vorliegen.
  • Die Rechtschreibreform beurteilte Mathias Schulze als eine vorlaufige Teillosung des komplexen Problems der Festlegung von orthografischen Normen, die viele Vereinfachungen und Neuschreibungen hervorgebracht hat, die sofort und von vielen angernommen wurden, und einige Regen, die problematisch und luckenhaft sind und daher auch heute noch heiB diskutiert werden.
  • Ahnlich differenziert beurteilte er die Lage der deutschen Sprache im Ausland. Ein starker Prestigeverlust des Deutschen als Wissenschaft- und internationaler Verkehrssprache im 20. Jahrhundert geht nichtsdestotrotz eiher mit einer hervorgehobenen Stellung des Deutschen als Publikationssprache (Buchdruck) und seiner nach wie vor groBen Bedeutung als Lernersprache. Fur Sprachlehrer sei es wichtig, Deutsch nicht in Konkurrenz zu English zu sehen (besonders in nicht-englischsprachigen Landern), sondern als notwendige und sinnvolle Drittsprach.
  • In diesen drei Bereichen wie auch in der Frage der Erhaltung der deutschen Sprache in Sprachinseln wie Kitchener-Waterloo sieht Schulze als wichtigstes Mittel ein wohlfundierte Spracherziehung und -bildung - eine Bildung, die Deutschsprechern erlaubt uber eigene Entscheidungen zu reflektieren und somit auch informiert am gesellschaftlichen Sprachwandel teilzunehmen.

 

Waterloo Centre for German Studies
University of Waterloo

200 University Avenue West
Waterloo, ON
N2L 3G1
Canada

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